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Freies Lesen in der 5. Jahrgangsstufe    Info-Schreiben
Lesefutter auf Rädern

In drei Kisten rollen Schüler und Schülerinnen der 5. Klassen „geistige Nahrung“ ins Klassenzimmer. Auf dem Stundenplan steht einmal pro Woche „Freies Lesen“. Aus fast 200 verschiedenen Büchern darf ausgewählt werden. Angeboten werden „Klassiker“ wie O. Preußlers Krabat, Krimis, Pferdebücher, Sachbücher z. B. aus der „Was ist was?“-Reihe und vieles mehr. Im Klassenzimmer herrscht dabei Ruhe. Jeder Schüler liest konzentriert und macht am Ende der Lesestunde einen Eintrag in sein Lesetagebuch oder füllt einen Buchsteckbrief aus, mit dem das fertig gelesene Buch den Mitschülern vorgestellt werden kann.

Lesen ist Übungssache und Lesen soll Spaß machen. Das Freie Lesen in der Unterrichtszeit wird deshalb – Pionier war das Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg –an einer Reihe von Gymnasien in Mittelfranken durchgeführt, um die Lesefähigkeit der Schüler zu fördern und sie zum Lesen zu motivieren. Denn die universale Kulturtechnik Lesen ist für ein erfolgreiches Abschneiden in sämtlichen Schulfächern unverzichtbar. Man denke nur an Textaufgaben in Mathematik oder auch an Leseaufträge als Teil der Hausaufgabe und Vorbereitung auf schriftliche oder mündliche Prüfungen.

Im Grunde wird mit dem Freien Lesen in die Schule verlagert, was zu Hause in der Freizeit erfolgen sollte. Doch der Anteil derjenigen Schülerinnen und Schüler, die Nichtleser sind bzw. nicht freiwillig und mit Genuss lesen, ist alarmierend hoch. Was Studien wie die Shell-Studie zum Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen aufgezeigt haben, wurde in den erschreckenden Ergebnissen der PISA-Studien bestätigt: Deutsche Schüler erbringen unterdurchschnittliche Leistungen

im Bereich der Lesekompetenz. Und auch im Unterrichtsalltag bereitet das Lesen viel zu vielen unserer Schüler Schwierigkeiten. Die Probleme reichen von fehlerhaftem, stockendem und sogar sinnentstellendem (lauten) Lesen bis hin zu Defiziten bei der kognitiven Rezeption und kreativen Verarbeitung fiktionaler und nichtfiktionaler Texte. Schwächen werden oft schon bei der einfachen Informationsentnahme deutlich und erst recht beim sinnverstehenden und –konstruierenden Lesen.

Am Ohm-Gymnasium haben Leseförderung und auch Leseerziehung einen hohen Stellenwert. Es geht uns darum, Raum für Leseerlebnisse zu schaffen und auch immer wieder Leseimpulse zu geben. Hierzu gehören punktuelle Veranstaltungen (wie z. B. Lesenächte, Lesenachmittage, Lesewoche, Buchvorstellung, Autorenlesung) und das nachhaltige, regelmäßig durchgeführte und im Stundenplan verankerte Freie Lesen.

Ute Guthunz

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