Ohm-Gymnasium

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 Das Ohm stellt sich vor

EFQM                      Externe Evaluation

2003 begann das Ohm-Gymnasium mit der umfassenden internen Qualitätsuntersuchung nach dem EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management), bei dem wie in einem Wirtschaftsunternehmen Abläufe und Ziele auf den Prüfstand gestellt werden.

Zuerst wurde der Ist-Zustand mittels Recherchen und Fragebögen ermittelt.
In entsprechenden Listen konnten daraus Stärken der Schule, aber auch Verbesserungsbereiche festgelegt werden.

Im März 2004 trafen sich Vertreter aller schulischer Gruppen unter der Leitung eines Unternehmensberaters zu einem zweitägigen Konsensmeeting, auf dem eine Prioritätenliste der Verbesserungsmaßnahmen festgelegt wurde.

Für längerfristige sowie größere Maßnahmen wurde ein Aktionsplan entwickelt.

Was ist seither passiert?
Die meisten vereinbarten Maßnahmen wurden umgesetzt.
In einigen Jahren wird es zu einer erneuten Überprüfung kommen.

Anwendung des EFQM-Modells unter Leitung eines externen Beraters

Der Gedanke, die "Qualität" einer Organisation zu untersuchen, kommt aus Wirtschaftsunternehmen. Diese kamen zu der Erkenntnis, dass sie ihren Erfolg nur dann steigern können, wenn sie alle Bereiche ihrer Organisation systematisch weiterentwickeln. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer umfassenden Qualitätsarbeit (Total Quality Management -TQM). Um in dieser Hinsicht eine weltweite Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, gründeten 14 führende europäische Unternehmen 1988 die "European Foundation for Quality Management (EFQM)". Die EFQM mit Sitz in Brüssel wird von der EU gefördert. Ihr gehören mittlerweile mehr als 800 europäische Unternehmen und Organisationen an, darunter auch solche des Öffentlichen Dienstes wie Universitäten, Verwaltungen oder Kliniken.
Auch bei Schulen setzt sich nach und nach die Erkenntnis durch, dass Schulentwicklung nicht nur punktuell, sondern systematisch angelegt sein sollte: Alle für die erfolgreiche Arbeit in der Schule wichtigen Gruppen, nämlich Lehrer, Schüler, Eltern und Schulpersonal, müssen zum Erreichen dieses Ziels an einem Strang ziehen und untereinander abgestimmt mitarbeiten.
Die Vorgehensweise nach dem EFQM-Modell in den Schulen erfolgt wie bei Wirtschaftsunternehmen in vier Schritten. Zunächst wird der Ist-Zustand festgestellt. Diese Analyse wird auf der Basis einer Vielzahl - vom EFQM-System vorgegebenen - Kriterien durchgeführt. Dabei kommen die Schulleitung und die Zusammenarbeit mit den Eltern ebenso auf den Prüfstand wie die Standards für den Unterricht oder die außerschulischen Kontakte und Partnerschaften. Auf diese Weise werden die Aktivitäten in allen relevanten Bereichen der Schule
und ihre gegenseitige Vernetzung untersucht. Basierend auf dieser Analyse bestimmt die Schule ihre Stärken und Defizite. Bei den Verbesserungsbereichen werden sodann Prioritäten festgelegt und ein Aktionsplan mit dem Ziel entwickelt, wie bei erkannten Schwächen Abhilfe geschaffen und vorhandene Stärken weiter ausgebaut werden können. Der vierte Schritt schließlich besteht in der konsequenten Umsetzung der im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen. Bei einer neuerlichen Analyse wird der Erfolg der Umsetzung überprüft.
Seit mehr als einem Jahr führt das Ohm-Gymnasium einen solchen Selbstbewertungs- und Schulentwicklungsprozess nach dem EFQM-Modell durch. Hierfür wurden von unseren Lehrkräften fünf Arbeitsgruppen gebildet. Die Ausbildung des von dem Projektleiter, Herrn
Jürgen Abier, dem Schulleiter und noch vier weiteren Lehrkräften gebildeten Führungsteams erfolgte durch einen Untemehmensberater, der auch das Projekt in der entscheidenden Phase begleitet. Insgesamt sind 30 Lehrkräfte direkt an der Evaluation und Qualitätsentwicklung beteiligt; aber auch das übrige Kollegium wird immer wieder miteinbezogen. Darüber hinaus spielen die Eltern und vor allem die Schüler eine wichtige Rolle. Sie sammelten bei Recherchen und Fragebogenaktionen Daten, bewerteten diese und formulierten in der Folge Stärken und Schwächen unserer Schule.
So machte sich z.B. ein aus Lehrkräften, Eltern und Schülern bestehender Arbeitskreis Gedanken darüber, wie man die "Klassenelternabende" attraktiver gestalten könne. Sie gaben ihre Anregungen an die Klassenleiter weiter und verteilten dann am Ende solcher Abende Feed-back-Bogen an die anwesenden Eltern mit der Bitte, die Stärken und noch vorhandene Schwächen dieser Veranstaltung zu benennen.
Besondere Bedeutung für den erfolgreichen Verlauf des Projekts kam einer im Juli 2003 durchgeführten Fragebogenaktion im Lehrerkollegium zu, an der sich auch der größte Teil von ihm beteiligte. Dabei wurden Kolleginnen und Kollegen zu nahezu allen für unsere Schule relevanten Problemen befragt und die Ergebnisse in übersichtlicher Weise auf einer Schautafel vorgestellt. Später werteten auch Elternbeirat und SMV ihre Fragebögen zu diesem Projekt aus, die sie an jeweils ca. 400 Eltern bzw. Schüler ausgegeben hatten.
Der so entstandene und in den Arbeitskreisen gewonnene "Datenpool", der von der Führungsqualität der Schulleitung über die Bewertung verschiedener Unterrichtsformen bis hin zur 'Überprüfung des Papierverbrauchs reichte, bildete die Arbeitsgrundlage für den am 18. November im Pacellihaus durchgeführten "Pädagogischen Tag". Mehr als 60 Kolleginnen und Kollegen hatten sich dort mit zahlreichen Notebooks in der Zeit von 14.00 - 19.00 Uhr eingefunden, um in 12 Arbeitsgruppen unter Leitung je eines Kollegen über ebenso viele Themenbereiche zu diskutieren. Grundlage hierfür waren die von den Arbeitsgruppen auf Datenblättern zusammengestellten Beschreibungen des „Ist-Zustandes" des Ohm-Gymnasiums. Die gewonnenen Ergebnisse fassten später die Leiter der jeweiligen Gruppe zusammen.
Am 5.und 6. März 2004 trafen sich Vertreter der fünf Arbeitsgruppen, des Elternbeirats und der Schülermitverantwortung im Edith-Stein-Haus in Weisendorf zu einem zweitägigen Konsensmeeting unter Leitung des Untemehmensberaters. Unter seiner Moderation wurden bei dieser bis in die Abendstunden dauernden Sitzung alle dokumentierten Verbesserungsbereiche diskutiert und letztlich Konsens zwischen den verschiedenen beteiligten Interessensgruppen hergestellt. Schließlich wurde über einen gemeinsamen Aktionsplan mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen von Schulleitung, Lehrkräften, Eltern und Schülern abgestimmt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen fanden Aufnahme in ein umfassendes "Kursbuch", das über den Zustand der Schule informiert und Wege für Verbesserungen aufzeigt.
Schon jetzt lässt sich erkennen, dass das EFQM-Modell in vielerlei Hinsicht für alle am Schulleben Beteiligten von Nutzen ist. Die Verbesserungen in verschiedenen Bereichen sind gewiss sehr wichtig; ebenso wertvoll ist aber auch der Motivationsgewinn, der sich aus der Durchführung dieses Projekts ergibt. Lehrer, Eltern und Schüler stellen manche eingefahrene Gewohnheit und als gegeben Hingenommenes in Frage, sprechen miteinander und suchen nach neuen, besseren Lösungen. Unsere Schule kann sich nur weiterentwickeln und neuen Herausforderungen stellen, wenn sie sich von Verkrustungen befreit und immer wieder neuen, zukunftweisenden Gedanken und Anregungen öffnet.
Dr. B. Grunwald/J. Abler

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